at random: friendshipgoals. 

Ich habe Freunde und ich hatte Dich. Mehr eine Last als eine Freude.

Freundschaft ist wie Glückslotterie. Manchmal zieht man das ganz große Los und manchmal, ja manchmal zieht man eine Niete nach der Nächsten. Und wieder manchmal zieht man nur den Trostpreis. 

Aber ich will keine Trostpreise mehr, ich will keine Nieten mehr. Ich will das echte Leben. Ich will die Hauptgewinne und die Glückslose. Ich will die, die an jeder Situation an meiner Seite sind. Diejenigen, die mir Qualität, Geborgenheit und Sicherheit geben. Ich will diejenigen, die mich fliegen lassen in meinem Leben und mich auffangen, wenn ich drohe zu fallen. 

Ich will diejenige sein, die auffangen kann, wenn der Boden nicht aus Wolken besteht. Diejenige, mit der man vor Lachen und nicht vor Traurigkeit weint. Ich will die sein, mit der man jede Facette von Freundschaft auskosten kann. Diejenige, mit der man nachts um 02:00 Uhr betrunken auf einem Hausdach sitzt und über die Welt philosophiert. 

Freundschaft ist Qualität, nicht Quantität. Sie bedeutet da zu sein, wann immer der andere einen braucht. Sie bedeutet Zuhause und die Festung die man manchmal braucht. Freundschaften ändern sich, sie werden kleiner an manchen Stellen und sie wächst an Anderen. 

Manchmal, manchmal zieht man das Los für’s Leben. Das ward ihr. 

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(Liebes)Leben.

Liebes Leben,

seit nunmehr fast 26 Jahren teilen wir Freude, Leid, Kummer, Angst, Träume und Wünsche. Du bist mein ständiger Wegbegleiter und manchmal haben wir richtig fiesen Streit. So fiesen Streit, dass ich dir am liebsten Alles dahin werfen und gehen würde. Aber du bist das Einzige was ich habe. Wenn wir nicht streiten, dann bist du schön, sogar sehr schön. Du bist bunt, du bist zeitlos und laut. Manchmal bist du ein bisschen zu laut, aber das merkst du schnell und glättest die Wogen. Du kümmerst dich um mich und hälst mein Herz am Schlagen. Genauso kümmere ich mich um dich, liebes Leben. In den letzten Wochen habe ich dich ein bisschen vernachlässigt. Ich habe zuviel getrunken und zuviel geraucht. Ich war schlicht traurig und wir hatten wieder fiesen Streit. Ich konnte mich nicht um dich kümmern. So haben Andere das Kümmern übernommen. Du hast jetzt ein paar Narben mehr. Aber du bist besser als je zuvor. 

 Ich habe dir nicht besonders viel Wert gegeben und das tut mir leid. Ich gelobe Besserung! Seit ein paar Tagen wird unser Verhältnis wieder besser. Ich kann wieder lachen, kann wieder atmen und das scheint dir auch gut zu tun. Wir haben in den letzten Tagen soviel zusammen gelacht und getanzt, getanzt bis uns die Füße schmerzten und der Bauch wehtat. 

Ich will nicht ausschließen, dass wir nochmal zanken, weil einer von uns beiden wieder zu laut oder zu leise, zu wild oder zu schüchtern ist. Aber ich glaube, nach dem letzten Gewitter mit dir, ist die Luft zwischen uns glasklar. Wir wissen beide was wir wollen und was wir nicht wollen. Wir wissen beide was wir dafür tun müssen.

Es ist doch so: du bist das Einzige was ich habe und ich bin das Einzige was du hast. Also müssen wir aufeinander acht geben. 

Liebes Leben, das ist eine Liebeserklärung an dich. Weil du das Beste und das Schlimmste bist was ich habe. Weil ich mit dir im Regen und über den Regenbogen tanzen will. 

In Liebe,

Ich. 

at random: Will Grigg’s on fire, your defence is terrified #hurricane16 

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Ende Juni, alles wie immer: Aufbruch zum Hurricane. Das Line Up (für mich persönlich) kaum noch zu toppen.
Rammstein, Mumford and Sons, Deichkind, Annenmaykantereit, James Bay, Bosse – Namen, bei denen mir wohlige Schauer über den Rücken laufen.

Die Anfahrt am Donnerstag erwies sich als weniger witzig. Während wir gegen 07:30 Uhr unseren Weg aus Dortmund Richtung Scheeßel antreten sind wir guter Dinge. Wir kommen gut durch und können gegen 11:00 Uhr an gewohnter Ausfahrt die Autobahn verlassen. Dann: bremsen, 200 Meter fahren, 45 Minuten warten. Stau, wie immer. Immerhin befindet sich ein Teil unserer Gruppe schon im Camp. Gegen 15:00 Uhr haben wir das Lager erreicht, bei 32 Grad Außentemperatur. Wir ernten den Rekord im schnellsten Zelt Aufbau und warten bei der ersten Dose Bier (es sollte sich auch als die letzte für mich an diesem Wochenende erweisen) auf die Mädels [an dieser Stelle muss großer Respekt ausgesprochen werden, bei einer Anfahrt von über 15 Stunden auf Grund von Stau, hätte ich schon vor Ankunft keinen Bock mehr gehabt]. 

Um 20:00 Uhr sollten die Tore des Festival Geländes zum ersten Mal öffnen für die große Festival Pre Party. Wir schlendern über das Gelände, schlemmen das erste Handbrot des Wochenendes und begeben uns danach zum Zeltplatz. Eine letzte Zigarette und dann ab ins Zelt.

Es muss ca. 00:00 Uhr gewesen sein. Was wir auf dem Zeltplatz nicht mitbekommen haben war, dass in der Zwischenzeit das Festivalgelände auf Grund einer Unwetterwarnung evakuiert wurde. Bis 01:34 Uhr schlafe ich wie ein Stein, werde allerdings wach, weil ich nicht weiß, ob unser Zelt noch am Boden steht, oder schon in der Luft ist. Blitz wird gejagt von Donner, zwischendurch ist es in unserem Zelt taghell. Begleitet wird das ganze von ohrenbetäubendem Regen. Ich schließe mit meinem Leben ab, begebe mich in Embryonalstellung und hoffe einfach nur, dass das Sterben nicht weh tut. Nach 1 1/2 Stunden ist das Unwetter an uns vorbeigezogen und wir haben es überlebt! Als ich am nächsten Morgen aus dem Zelt krieche erwarte ich alles, aber nicht das. Der gesamte Zeltplatz sieht aus, als ob man dort das Staffelfinale von The Walking Dead gedreht hätte. Zerstörte Pavillons, überflutete Zelten, Seen mitten auf den Wegen. Und jede Menge Leute mit guter Laune – wir sind wohl offensichtlich doch auf dem Hurricane.

Ein Festival Hurricane nennen und dann wegen Unwetter evakuieren müssen, das kann man nicht erfinden

Das Festivalgelände eröffnet, auf Grund der immensen Wassermassen die in der Nacht runtergekommen sind, später als gedacht. Meine persönliche Running Order für Freitag: Chakuza, Haftbefehl, Genetikk, Annenmaykantereit, Trailerpark, KIZ. Wir sehen den ersten Act und werden dann auf Grund einer erneuten Unwetterwarnung abermals vom Gelände evakuiert. Hafti muss witterungsbedingt leider ausfallen. Pünktlich zu Genetikk öffnen die Tore wieder und auch wenn ich zugeben muss, dass ich kein großer Fan der Hip Hopper bin: die Jungs haben ordentlich abgeliefert.

Es folgt mein persönliches Wochenend Highlight: Annenmaykantereit. Vier Jungs aus Köln, die mit ihrem Frontsänger Henning May immer derartig on point sind, dass es geiler nicht mehr geht. Ich schreie die Zeilen raus in die Welt, tanze bis mir die Füße wehtun und komme nicht umhin mir bei Barfuß am Klavier das ein oder andere Tränchen zu verdrücken.

23:30 Uhr, ich vertilge grade den letzten Rest meiner Käsespätzle, als Trailerpark die ersten Töne anstimmen. Trailerpark ist für mich wie für andere eine Woche Ballermann – mal so richtig den Assi raushängen lassen. Spätestens bei Fledermausland ist auch meine skeptische Mitbewohnerin überzeugt: die Jungs machen so richtiiiig Bock.
Wir hören in KIZ rein, schlendern zu Rammstein, sind allerdings nach ein paar Minuten so verstört (sorry not sorry), dass wir müde, kaputt, aber glücklich den Weg zum Zelt antreten.

Samstag: geplante Bands: Flogging Molly, Editors, Fritz Kalkbrenner, die Orsons. 

gesehene Bands: 0. Die Unwetterwarnung am frühen Morgen verschlafen wir. Es wird gefrühstückt im Zelt, eingerollt im Schlafsack. Der Regen prasselt auf’s Zelt, irgendwo in der Ferne grummelt der Donner. Der Festivalbeginn wird immer weiter nach hinten geschoben, wegen der großen Mengen an Wasser, die in der Nacht wieder runtergekommen sind. Binnen der letzten 48h war in Scheeßel soviel Wasser runtergekommen wie sonst in drei Monaten. Gegen 21:00 Uhr dann die komplett Absage für den Festival Samstag.

Kräfte sammeln für Sonntag. Es sollte ein wahres Fest für die Ohren werden.

Geplante Acts: Tom Odell, Bosse, James Bay, Deichkind, Mumford and Sons.

Gesehene Acts: Bosse, James Bay, Two Door Cinemaclub, Bloc Party, Egotronic, Mumford and Sons. 

Morgens aufstehen und aufgeregt sein, genau mein Ding! Es ist gutes Wetter angekündigt, alle Zeichen stehen auf positiv. Und was war es ein Fest! Mit Bosse getanzt, ein echtes James Bay Fangirl geworden. Wow, wie dieser Mann einfach alleine mit seiner Gitarre vor so vielen Menschen stand. Und dann der letzte Headliner des Hurricane 2016: Mumford and Sons. Gott, war das ein Wohlklang für die Ohren und wie viele Jahre habe ich auf diesen Moment gewartet?

Hurricane
, du warst das wohl schönste Schlammbad des Jahres – bis zum nächsten Mal!

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Zwischen Liebe, Lügen und dem alltäglichen Wahnsinn

Eine der Nebenwirkungen des Liebens ist es wohl, dass man es zu seinem größten Talent macht, kritische Blicke seines näheren Umfelds konsequent zu ignorieren. 

Man verliebt sich, einfach so landet man auf Wolke sieben und manchmal auch noch höher. Die ersten Monate sind ein wahres Feuerwerk der Gefühle und man glaubt nicht, dass das jemals wieder aufhören könnte. Bis man zum ersten Mal auf den Asphalt knallt. Es ist eine sanfte Landung. Man streitet, man weint, das Herz bricht zum ersten Mal in 54 Teile. Man steht auf, man kämpft, man macht weiter, ohne zu wissen, dass der Gegenüber grade anfängt, ein Konstrukt zu erschaffen, in dem das nächste Jahr ablaufen soll.

Man liebt einfach so weiter, mit dem ganzen Herz. Es werden Illusionen erschaffen. Eigene Wohnung, Verlobung, Hochzeit, Kinder, Haus, Apfelbaum. Weltreise. Bevor man endlich richtig erwachsen ist. Man träumt vom Altbau mit meterhohen Decken. Immer noch mit dem Unwissen, in einem unschönen Konstrukt zu leben.

Man kreiert Luftschlösser, man teilt Ängste, Wünsche, Träume. Man wacht morgens nebeneinander auf, man schläft abends zusammen ein. Man lacht, man weint, man streitet und verträgt sich. Eigentlich ist alles in Ordnung. Während man streitet zweifelt man. Weiß, dass aufgeben keine Option ist – schließlich liebt man ja, mit ganzem Herzen. Die kritischen Blicke der Anderen ignoriert man, es wird schon für alles ein plausbile Erklärung geben. Tägliche Überstunden, Verstrickungen in Geschichten, widersprüchliche Aussagen. Alles nicht richtig – man lebt ja schließlich auf Wolke sieben und die Pläne werden konkreter.

Zum ersten Mal gibt es eine Situation für die es im ersten Moment keine plausible Erklärung gibt und trotzdem bildet man sich ein, dass alles gut wird. Man geht nach Hause, mit einem unguten Gefühl in der Magengegend, man weint, man spricht und hofft auf eine Erklärung, die alles gut macht, es gibt sie natürlich, man wolle nicht streiten, wollte nicht, dass der Gegenüber sich sorgt. Man verträgt sich, man nimmt sich in den Arm, man macht weiter. Immer noch in einem Konstrukt lebend.

Man kommt an einen Punkt, an dem man zum ersten Mal vielleicht richtig braucht. Fordert, dass der jemand da ist. Man hat das Gefühl, an seinem körperlichen Existenzminimum zu sein. Kurze Zeit später bricht das Herz in abermals 54 Teile. Illusionierung und Desillusionierung treffen aufeinander und bilden kein gutes Team. Man kämpft, man weint, man redet, man schreit, man isst zu wenig, man trinkt zu viel, nur um dem Drama im Kopf weniger Raum zu geben. Vergebens.

Es wird ein Schlussstrich gezogen – mit Bleistift, er wird ausradiert. Man klammert sich an den letzten Strohalm, ohne zu merken, dass dieser offensichtlich aus Blei ist und einen nur runterzieht – man liebt ja schließlich immer noch, man hebt sein Talent kritische Blicke zu ignorieren auf ein vollkommen neues Level.

Man zieht einen Schlussstrich mit Fineliner – aber wozu gibt es Tipp – Ex?

Es gibt weiterhin plausible Erklärungen, man glaubt, man hofft, man ist irgendwie ein bisschen naiv. Man will nicht glauben, dass man ein Jahr in einem wilden Gebilde aus Lügen, Betrug und vielleicht einem kleinen bisschen Liebe gelebt hat. Man redet sich ein, dass ja nicht alles an Worten gelogen sein konnte – alle Gefühle nur vorgespielt? Niemals. Man redet sich ein, dass zumindest die Gefühlsduseleien ehrlich waren, auch wenn alles andere offensichtlich eine ziemlich große Lüge war.

Man glaubt an dieses dämliche „lass uns Freunde bleiben.“ – man glaubt dem Anderen, dass dieser Angst davor hat, dass man „auseinder driftet“ man glaubt auch, dass man weiterhin ein „fester Bestandteil“ im Leben des Anderen ist – nur merken tut man es nicht, das Herz bricht nochmal in 54 Teile.

Irgendwann, wenn es keine Erklärungen mehr gibt, wenn alle Worte gesprochen sind, wenn aus der Liebe ein Gefühl geworden ist, das man nicht definieren kann und wenn die letzte Träne geweint ist, fängt man an zu begreifen. Man weiß endlich, dass man weiß, was man will. 

Man steht dort, mit seinem Herz in 162 Teilen und einer Tube Sekundenkleber, um zu merken, dass der Kleber die Teile nicht wieder zusammensetzen kann. Man zieht einen Schlussstrich – dieses Mal mit Edding, unwiderruflich.

WG Gossip: Die Sache mit der Liebe und dem Pilzrisotto

   

 Es gibt wenige Menschen auf dieser Welt, die ungefähr alles  von mir wissen.

Meine Mitbewohnerin ist einer dieser Menschen. Wenn ich nachts um 01:00 Uhr mit meiner Decke und meinem Kissen bewaffnet in ihr Zimmer geschludert komme, dann weiß sie, dass der Baum brennt. Sie rutscht zur Seite, nimmt mich in den Arm und die Welt ist wieder in Ordnung. Wir wundern uns nicht mehr über gegenseitige Schnapsideen (Stichwort Frauenkloster oder Disneystar).

Sie bewahrt einen klaren Kopf wenn ich das nicht mehr kann. Paartherapie inklusive.

Wir haben die guten und die schlechten Zeiten zusammen erlebt. Es gibt einige Gründe dafür, warum meine Mitbewohnerin der beste Mensch der Welt ist. Sie kann gut kochen, sie hört zu, sie therapiert mich, sie erträgt klaglos meine musikalischen Ausbrüche inklusive Tanzeinlagen.

Das Schönste an diesem WG-Leben? Die allabendliche Zigarette in unserem (mittlerweile) schönen Hinterhof. Die Gespräche fangen meistens an mit „und?…“ Es braucht nicht mehr um einen wahren Gesprächsfluss auszulösen. Stunden – nein Tagelang – beschäftigen uns die gleichen Themen. Tipps werden gegeben, umgeschmissen, die Situation neu betrachtet.

Wenn wir alles richtig gemacht haben, dann gab es Pilzrisotto. Aber das ist eine andere Geschichte. Eine von diesen, die die Öffentlichkeit auch besser nie erreicht.

Wenn sich unsere Wege irgendwann Mal trennen, dann wird es mir das Herz zerreißen, aber weit weg gehe ich nicht von dir. Weil Du der beste Mensch der Welt bist.